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Thematische Illustration zur Projektgeschichte
Projektgeschichte · Voestalpine

Vom Prozessdesign zum globalen Procurement Operating Model

Wie ein internationaler Industrie- und Technologiekonzern Einkaufsprozesse, Organisation und digitale Beschaffung in einem gruppenweiten Modell zusammenführt
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Projektumfang und Einordnung
Langfristige Transformation seit 2017
Projektumfang und Einordnung
Procurement-Reifegradmodell mit fünf Dimensionen
Projektumfang und Einordnung
Target Operating Model für eine heterogene internationale ERP-Landschaft
Das Projekt im Überblick

Der Ausgangspunkt.

Ein global aufgestellter Industrie- und Technologiekonzern entwickelte seinen Einkauf über mehrere Transformationsstufen grundlegend weiter. Was mit Prozessdesign und internationaler Harmonisierung begann, führte schrittweise zu einer gemeinsamen End-to-End-Prozesslandschaft, einer integrierten digitalen Beschaffungsplattform und einem gruppenweiten Procurement Operating Model.

Im Mittelpunkt stand nicht allein die Einführung neuer Technologie. Entscheidend war die Frage, wie Prozesse, Systeme, Organisation, Kompetenzen und Governance zusammenspielen müssen, damit Digitalisierung über Divisionen und Regionen hinweg dauerhaft Wirkung entfalten kann.

Projektprofil

Voestalpine
Organisation und Transformation · Digitalisierung

Globale Stärke trifft auf gewachsene Komplexität

International erfolgreiche Konzerne wachsen selten nach einem einheitlichen Bauplan. Geschäftsbereiche entwickeln eigene Prozesse, Systeme und Organisationsmodelle, um den Anforderungen ihrer Märkte gerecht zu werden. Diese unternehmerische Vielfalt ist eine Stärke. Im Einkauf kann sie jedoch zu erheblicher Komplexität führen.

Der betrachtete Konzern verfügte über unterschiedliche Einkaufsprozesse, mehrere Procurement-Lösungen und eine heterogene ERP-Landschaft. Anwendungen für Katalogbeschaffung, Ausschreibungen, Lieferantenmanagement und Analytics waren teilweise voneinander getrennt oder basierten auf einer auslaufenden Systemarchitektur. Das Zielbild sah deshalb eine integrierte digitale Procurement-Plattform mit modernen Werkzeugen und gruppenweiten Mindeststandards vor.

Der Handlungsbedarf ging weit über die Systemlandschaft hinaus. Gemeinsame Prozesse benötigen klare Rollen und Entscheidungswege. Gruppenweite Standards müssen mit den Anforderungen der Divisionen und lokalen Einheiten vereinbar sein. Neue Anwendungen schaffen nur dann nachhaltigen Nutzen, wenn Einkauf, IT, Bedarfsträger und Lieferanten die neuen Arbeitsweisen verstehen und anwenden.

Die zentrale Managementfrage lautete daher: Wie muss ein globales Procurement Operating Model gestaltet sein, damit gemeinsame Prozesse und digitale Lösungen in einer komplexen Unternehmensgruppe langfristig Wert schaffen?

Erst das Prozessmodell, dann die Technologie

Ausgangspunkt der Transformation war eine gruppenweite Procurement Process Map. Sie verbindet strategische, taktische und operative Einkaufsleistungen in einem konsistenten End-to-End-Modell.

Der fachliche Rahmen reicht von Category Strategy, Supplier Lifecycle Management und Risk Management über Sourcing und Contract Lifecycle Management bis zu Demand-to-Pay, Rechnungsprozessen und Reklamationsmanagement. Nachhaltigkeits- und ESG-Aspekte wurden als übergreifende Bestandteile der Prozesslandschaft berücksichtigt.

Die Process Map wurde zur gemeinsamen Referenz für Organisationsdesign, digitale Anforderungen, Governance, Rollen und Verantwortlichkeiten. Damit war eine wesentliche Entscheidung getroffen: Nicht die Technologie sollte bestimmen, wie der Einkauf arbeitet. Die fachlichen Zielprozesse sollten die Gestaltung von Organisation und Systemlandschaft vorgeben.

Auf dieser Grundlage entstand das Zielbild einer harmonisierten digitalen Beschaffungsplattform. Die Plattform verbindet unter anderem SAP Ariba Guided Buying, SAP Ariba Sourcing, Supplier Lifecycle and Performance sowie SAP Central Procurement. Die fachliche Konzeption umfasste konkrete Anforderungen an zentrale Bestellanforderungen, Genehmigungen, Einkaufsgruppen, Kontenfindung, Anhänge und weitere Integrationslogiken.

Die Umsetzung folgt einem stufenweisen Modell aus Core-Model-Entwicklung, Pilotierung, Stabilisierung, Lokalisierung und mehreren Roll-out-Wellen. Dadurch können verbindliche Gruppenstandards mit begründeten lokalen Anforderungen verbunden werden.

Thematische Illustration zur Projektgeschichte
Thematische Illustration aus der amc-Mediathek.

Das Operating Model hinter der Plattform

Eine digitale Plattform allein schafft noch kein digitales Procurement. Erst ein belastbares Operating Model klärt, wer Prozesse verantwortet, Entscheidungen trifft, Standards weiterentwickelt, Anwendungen steuert und kontinuierliche Verbesserung organisiert.

Das entwickelte Procurement Target Operating Model verbindet fünf Dimensionen: Strategie und Steuerung, Prozesse und Methoden, Organisation und Governance, Mitarbeitende und Kompetenzen sowie Digitalisierung und Systeme. Es schafft Transparenz über Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege und bildet einen gemeinsamen Rahmen für Tagesgeschäft, Performance-Steuerung und Weiterentwicklung.

Organisatorische Rollen wurden mit technischen Berechtigungen verbunden. Eine zentrale Rollen- und Berechtigungsmatrix verknüpft Procurement-Rollen mit Systemrollen und Zugriffsrechten auf Bestellanforderungen, Bestellungen, Verträge und Lieferantendaten. Governance wurde damit bis in Anwendungen, Datenzugriffe und Workflows übersetzt.

Ergänzend entstand ein Procurement-Reifegradmodell mit fünf Dimensionen. Es unterstützt die ganzheitliche Standortbestimmung, macht Entwicklungsfelder sichtbar und schafft eine Grundlage für Managemententscheidungen und weitere Transformationsmaßnahmen.

Ein Procurement-Cockpit und ein Supplier Dashboard erweitern diese Steuerungslogik. Die betrachteten Kennzahlen umfassen unter anderem strategische Einkaufsaktivitäten, Procurement-Effizienz, Einkaufserfolge, Lieferantenperformance, ESG-Konformität und die Entwicklung der Procurement Community. Im Lieferantenmanagement werden Spend, Bestellinformationen, Onboardingstatus, Lieferantenklassifizierung und Bewertungsergebnisse zusammengeführt.

Ergebnisse und Mehrwert

Was sich verändert hat

Ergebnisse und Mehrwert.

Die Transformation befindet sich weiterhin in Umsetzung. Belastbar erreicht wurden die fachlichen, organisatorischen und technologischen Grundlagen für einen gruppenweit abgestimmten Einkauf. Abschließend realisierte Einsparungen oder Produktivitätseffekte sind in den ausgewerteten Unterlagen bislang nicht quantifiziert.

Mit der End-to-End-Prozesslandschaft verfügt der Konzern über eine gemeinsame Sprache für Prozessdesign, Organisation und Digitalisierung. Die integrierte Zielarchitektur löst isolierte Procurement-Anwendungen durch ein gruppenweites Plattformmodell ab. Das Target Operating Model definiert, wie Prozesse, Systeme, Organisation, Kompetenzen und Governance langfristig zusammenwirken.

Reifegradmodell, Performance-Indikatoren und Supplier Dashboard schaffen die methodische Grundlage für eine stärker datenbasierte Steuerung. Core Model, Pilotierung, Training, Lieferanten-Onboarding und Change Management wurden zu einem gemeinsamen Umsetzungspfad verbunden. Dokumentierte User-Acceptance-Tests belegen, dass die Realisierung operative Testphasen erreicht hat, wobei zu diesem Zeitpunkt noch einzelne Detailthemen offen waren.

Was andere Unternehmen daraus lernen können

Eine globale Procurement-Transformation sollte mit dem fachlichen Prozessmodell beginnen. Sind Soll-Prozesse, Rollen und Entscheidungswege ungeklärt, digitalisiert ein Unternehmen vor allem seine bestehende Komplexität.

Globale Standards benötigen außerdem transparente Lokalisierungsregeln. Ein Core Model schafft Skalierbarkeit, während begründete lokale Anforderungen kontrolliert bewertet und dokumentiert werden müssen.

Ebenso entscheidend ist die Verbindung organisatorischer und technischer Governance. Rollenbeschreibungen allein reichen nicht aus. Prozessverantwortung, Entscheidungsrechte, Systemberechtigungen und Datenzugriffe müssen konsistent gestaltet sein.

Schließlich sollte der erwartete Nutzen bereits vor dem Roll-out messbar gemacht werden. Ausgangswerte, Zielgrößen und gruppenweite KPIs sind notwendig, um später realisierte Effekte, strategische Zielgrößen und noch offene Potenziale voneinander zu unterscheiden.

Die Rolle von amc

amc begleitete die Transformation an der Schnittstelle von Procurement-Fachlichkeit, Organisation und technischer Umsetzung. Der Beitrag reichte von Prozessdesign und Systemevaluierung über fachliche Konzeption, PMO und Change Management bis zur Entwicklung des Procurement Target Operating Models.

Dabei übersetzte amc die Anforderungen von Corporate Procurement, Divisionen, lokalen Gesellschaften, IT und Implementierungspartnern in ein gemeinsames Transformationsmodell. So konnten strategisches Zielbild, fachliche Prozesse, technische Konfiguration und organisatorische Verankerung konsistent miteinander verbunden werden.

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